Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden

1945-1948 Sowjetische Nutzung des Zuchthauses

Nach der Befreiung durch die Rote Armee am 27. April 1945 standen große Teile des Zuchthaus-Areals leer und wurden wiederholt geplündert. Bis ca. Juli 1945 bestand das sogenannte Zivilhospital, in dem ehemalige Gefangene, die zu krank oder schwach für den Heimweg waren, gepflegt wurden. Im Juni 1945 bezogen die sowjetischen Besatzungsbehörden das Strafanstaltsgelände und unterhielten bis September dort ein Lazarett für deutsche Kriegsgefangene.

Spätestens seit dem Frühsommer 1946 gehörte der Gefängniskomplex zum sowjetischen Repatriierungslager Nr. 226. Es war das größte derartige Lager in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und diente der Erfassung und geheimdienstlichen Überprüfung ehemaliger Zwangsarbeiter*innen. Auch Personen, die in Kriegsgefangenschaft geraten waren, wurden vor ihrer - auch unter Zwang vollzogenen – Rückführung in die Sowjetunion hier überprüft.

Im ehemaligen Zuchthaus befand sich die Sonderabteilung des Lagers. Dort waren sowjetische Bürger inhaftiert, die in Einheiten der deutschen Wehrmacht oder Polizei gedient hatten bzw. anderweitig der Kollaboration mit den Nationalsozialisten verdächtigt wurden.